Vereinschronik
Der MGV "Liederbund" 1886 Schelsen stellt sich als ein Männerchor mit 33 aktiven Sängern vor. Noch vor wenigen Jahren waren es ca. 40 an der Zahl. Der Chor ist jedoch in allen vier Stimmlagen gleichmäßig leistungsfähig besetzt. Der Beitritt jugendlicher Sänger und die Unterstützung, die der Chor im Ort Mönchengladbach-Schelsen erfährt, lässt hoffen, die alte "Sollstärke" wieder zu erreichen. Im kulturellen und festlichen Ablauf des Jahres im Stadtteil Schelsen ist der Chor eine feste Größe.
In den siebziger Jahren gehörten der Chor unter der musikalischen Leitung von Karl Dietfried Adam zu den besten Mönchengladbacher Chören und erntete große Anerkennung bei vielen heimischen und auswärtigen Auftritten. Die Jubiläumskonzerte von 1981, 1986, 1996 zusammen mit berühmten Chören wie dem "Königlichen Männerquartett Eupen", den "Limburger Domsingknaben", dem japanischen Frauenchor aus Düsseldorf, dem Männerchor Plaidt u.a.m. wurden zu weithin auch in der Presse beachteten musikalischen Ereignissen. Zwischen 1982 und 1993 stand der Chor unter der Leitung von Michael Postel, der den "Liederbund" in diesen zehn Jahren vor allem auch beim Kreis- und Bezirksleistungssingen zu guten Leistungen brachte.
Von 1993 bis 1998 wirkte Chordirektor ADC Hans-Josef Brings als musikalischer Leiter beim MGV "Liederbund", von dessen detaillierter sängerischer Aufbauarbeit der Chor noch heute profitiert. Erfolgreiche Konzertreisen u.a. nach Thüringen und zum internationalen Adventsingen nach Wien rundeten diesen Zeitabschnitt ab.
Von Mitte 1998 bis Anfang 2005 war Herr Bert Brings Chorleiter des MGV "Liederbund", der die musikalische Weiterentwicklung erfolgreich fortsetzte, indem mit zeitgemäßer Liedauswahl für den Fortbestand des Chores und entsprechenden Sängernachwuchs gearbeitet wurde. Im Jahre 2000 wurde unter seiner Leitung eine sehr erfolgreiche Konzertreise nach Steyr/Österreich durchgeführt. Sein plötzlicher Tod hinterließ eine unvorhergesehene Lücke. Sein Name wird immer unzertrennbar mit dem MGV Liederbund Schelsen verbunden bleiben. Ein ehrendes Gedenken ist Dank und Verpflichtung zugleich.
Der MGV "Liederbund" Schelsen ist ein ortsverbundener Verein, der auch vielfältige Verpflichtungen im Heimatwesen und Brauchtum wahrnimmt. So nahmen die Mitwirkung und -gestaltung des 100-jährigen Jubiläums der St. Josef-Schützenbruderschaft im Jahre 1999 und die Festlichkeiten zum 850-jährigen Bestehen Giesenkirchens des Heimat- und Verkehrsvereins in 2000 einen breiten Raum ein. Höhepunkte waren die Mitwirkung an einer CD-Einspielung und die Aufführung eines Requiem von Gabriel Fauré in St. Gereon, Giesenkirchen.
Auch die Reihe der beliebten Schelsener Sonntagskonzerte konnte mit dem 9. und 10. Konzert fortgesetzt werden, wobei die Chöre "Quod Libet" Rheindahlen, MGV Windberg-Großheide, sowie Cäcilia Liedberg als Gäste mitwirkten.
Im Jahre 2001 feierte der Chor sein 115 jähriges Jubiläum mit einem ganz besonderem Highlight, es wurde der "Schubertbund Essen" zu einem gemeinsamen Konzert verpflichtet. Bei ausverkauftem Hause wurde deutlich, dass der Gastchor zu den international anerkannten Spitzenchören zu zählen ist. Diese Anerkennung verdeutlichte nicht nur der nicht enden wollende Beifall, sondern bestätigte allen Beteiligten, dass Männerchorgesang nach wie vor eine Zukunft hat, zumindest wenn er in so gekonnter Art und Weise dargeboten wird.
Im Jahre 2002 gastierte der Chor „Kalinka“, ein Chor von Aussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion, bei einer Matinee. Im Herbstkonzert stellte sich der Madrigalchor „Junger Chor der Stadt Kaarst“ sowie die Solisten Iris Schult (Sopran) und Michael Erb (Tenor) vor.
Das Jahr 2003 begann mit einer Einladung in die Kunstakademie Mönchengladbach. Unter dem Motto „Malen und Musik“ hatten die Schüler Bilder gemalt zu dem vom Chor besungenen „Die Phantastischen Abenteuer des Don Quijote“. Da der Pfarrsaal renoviert wurde, fand kein Herbstkonzert statt. Alternativ richtete der Chor ein Sommerfest im Vereinslokal aus. Als Gäste besuchten uns die Freunde vom „Männerchor Giesenkirchen“.
2004 stand unser Herbstkonzert unter dem Thema „ Von der Spree an den Rhein“. Ulrike Nerath als Chansonsängerin und Frank Golischewski als Sänger und Pianist, bekannt aus dem SWR – Fernsehen, zogen gekonnt das Publikum in ihren Bann. Das Kölner Krätzchentrio „Sakkokolonia“ wusste ebenfalls zu begeistern.
Im Jahre 2005 hatte der Chor den plötzlichen Tod des Chorleiters Bert Brings zu verkraften. Eine Matinee wurde mit den befreundeten „Männerchor Giesenkirchen“ sowie dem Frauenchor „Sing mit“ Neuwerk veranstaltet.
Das 120 jährige Jubiläum in 2006 wurde durch unseren neuen Chorleiter Christian Wilke geprägt. Als Gastchor war der „MGV 1925 Vinkrath“ zugegen, der auch durch ihn musikalisch geleitet wurde. Ferner wirkten Regine Saus (Sopran) und Raphael D. Thöne (Pianist) mit.
Die gute Arbeit unseres Chorleiters zeigte erste gravierende Konturen. Das diesjährige Herbstkonzert 2007, unterstützt durch unsere guten und langjährigen österreichischen Freunde der „Kärntner Sängerrunde“ aus Steyr wurde ein „Feuerwerk der guten Laune“ im wahrsten Sinne des Wortes abgebrannt. Das erste Mal waren im Pfarrsaal 300 Sitzplätze aufgebaut, die restlos ausverkauft waren.
Der MGV "Liederbund Schelsen" versteht sich selbstverständlich als Kulturträger für unseren Stadtteil. Für die jährlich stattfindenden Herbstkonzerte werden namhafte Chöre und Interpreten verpflichtet. Das teilweise weit höhere Niveau der Gastchöre gibt dem MGV "Liederbund Schelsen" zweierlei, einmal den Konzertbesuchern etwas Besonderes zu bieten und andererseits dient das den Sängern zur Steigerung der Motivation und Leistungsbereitschaft.
Der Einstieg für weitere sangesfreudige Interessenten, die wir gleichzeitig hiermit ansprechen möchten, ist daher jetzt günstig. Das Singen im Chor ist nicht so schwer, wie mancher denkt, und für fast jeden erlernbar. Sie sollten sich einfach einmal in eine Chorprobe setzen und zuerst nur zuhören und probieren und sich dann nach und nach einleben. Das Gefühl für den Gesang und das Können stellen sich mit der Zeit und wachsender Anforderung ein.
Wir zeigen Ihnen, daß Männerchorsingen nichts mit alten Zöpfern oder traditioneller Vereinsmeierei zu tun hat, sondern ganz einfach mit Musik. Und Musik gemeinsam ausgeübt, ist eins der schönsten Hobbies für alle Altersstufen ohne Generationsunterschied.
(Probe: Donnerstags, 20:00, Schelsener Treff, Schloß-Dyck-Str. 62).








